Sicher schwimmen?!

Zu viele Nichtschwimmer, zu wenig Wasser und die Suche nach Perspektiven

Den einen fehlt es an zusätzlichem gut ausgebildetem Personal und freien Kapazitäten, den anderen an passenden Trainingszeiten oder einem Ort für Schwimmkurse. Doch allen liegen die schwimmwilligen Kinder und deren Sicherheit am Herzen.

Geeint von diesem Grundgedanken trafen sich die Schwimmmeister*innen aus Bad Frankenhausen, Oldisleben und Greußen mit Vertreter*innen der DLRG, der Wasserwacht, der Verwaltung der Stadt an der Schmücke, der Abteilung Schwimmen des SV Glückauf Sondershausen und der Kyffhäuser-Kreissportjugend zu einem ersten Austausch. In der Geschäftsstelle des KSB überlegten sie gemeinsam, wie man mehr Kindern nicht nur Anfänger- sondern auch weiterführende Schwimmkurse bzw. Vereinsschwimmen anbieten könnte. Denn Fakt ist, wer das „Seepferdchen“ bestanden hat, ist noch längst kein sicherer Schwimmer. „Seepferdchen“ können sich lediglich über Wasser halten und müssen weiterhin intensiv beaufsichtigt werden.

Die Schwimmmeister taten vor und in den Sommerferien ihr Möglichstes, um Anfängerschwimmkurse anzubieten. Innerhalb weniger Stunden waren die Plätze restlos ausgebucht. Die Wartelisten wuchsen ebenso rasch, ohne dass es eine tatsächliche Perspektive über die kurze Freibadsaison hinaus gibt. Die Kurse in der Kyffhäusertherme ab Oktober sind schon restlos ausgebucht. Eine andere Schwimmhalle im Kreis gibt es nicht. Für weiterführende Schwimmkurse fehlt die Kapazität, denn die Zeit ist knapp und der Betreuungsschlüssel (6 Schwimmanfänger pro Rettungsschwimmer) eng. Man bräuchte zusätzliche, ehrenamtliche Helfer mit Kenntnissen im Rettungsschwimmen, um Schwimmkurse und den normalen Badebetrieb zeitgleich absichern zu können. Doch diese Ehrenamtlichen sind schwer zu finden, da die Qualifikation und das Training dafür recht zeitintensiv sind. Da die meisten Freibäder im Kreis von Vereinen oder Kommunen betrieben werden, fehlt das Geld für zusätzliches Personal. So geht den Kindern immer mehr die Schwimmfähigkeit und damit die Sicherheit im Wasser verloren. Der Schwimmunterricht in den Schulen kann allein keine Abhilfe schaffen.

Dem gegenüber stehen die DRK-Wasserwacht und die Schwimmabteilung des SV Glückauf Sondershausen. Sie verfügen zwar über ausgebildete Trainer, stehen jedoch nach dem coronabedingten Wegfall der Bundeswehrschwimmhalle in Sondershausen ohne Trainingsstätte da. Entsprechend bangen sie um ihren Fortbestand. Auch die Nutzungskapazität des Bergbades in den Sommermonaten ist begrenzt. Es fehlt eine erreichbare Schwimmhalle. Den langen Weg nach Schlotheim können und wollen längst nicht alle Eltern auf sich nehmen, weder für Schwimmkurse noch für das normale Vereinstraining. Zumal in den Schwimmhallen von Schlotheim, Sömmerda oder Sangerhausen zuerst der Eigenbedarf der einheimischen Vereine und Schulen gedeckt wird, sodass die angebotenen Zeiten nicht unbedingt kinderfreundlich sind. Ähnlich suboptimal sind die Bedingungen in der näheren Kyffhäuser-Therme in Bad Frankenhausen.

Was also kann und soll getan werden, um die Schwimmausbildung besser zu unterstützen?

  • Werbung und Qualifizierung von Ehrenamtlichen, um im Sommer 2022 weitere Schwimmkurse und den Badebetrieb insgesamt absichern zu können.
  • Intensiverer Austausch über Trainingsmöglichkeiten für die Vereine, v.a. zu Zeiten, wo Freibäder durch den normalen Publikumsverkehr wenig frequentiert sind.
  • Suche von Unterstützung für eine Initiative zum Bau einer Schwimmhalle.
  • Fortsetzung der Treffen, um die bestehenden Ressourcen möglichst effizient zu nutzen und neue Ansätze zu entwickeln. Der nächste Termin ist für Januar in Bad Frankenhausen angedacht. Wer Interesse an der Teilnahme hat, ist herzlich eingeladen, sich an die Geschäftsstelle der Kyffhäuser-Kreissportjugend zu wenden.

Text: ABa, Bild: Bild von Tania Van den Berghen auf Pixabay

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